23.04.2026 | Redaktion | IAB

Berufsziel meistens vorhanden

Analyse des IAB zu Vorstellungen Jugendlicher nach Schulabschluss

Viele Jugendliche haben bereits eine Vorstellung davon, wie es nach der Schule weitergehen soll. Häufig sind diese Pläne mit konkreten Berufszielen verbunden. Das zeigt die Auswertung einer Befragung, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durchgeführt hat. Demnach interessiert sich knapp die Hälfte (48 Prozent) der Befragten für einen bestimmten Beruf, während für etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) mehrere Berufe in Frage kommen. Lediglich 16 Prozent der Jugendlichen geben an, noch kein konkretes Berufsziel zu haben.

Bild: finwal89/Adobe Stock

Welche Bildungswege Jugendliche ins Auge fassen, zum Beispiel eine Berufsausbildung oder ein Studium, hängt auch damit zusammen, ob sie eine Schule der Sekundarstufe I oder II besuchen, also beispielsweise eine Haupt-, Mittel- oder Realschule oder ein Gymnasium. Zugleich zeigen sich Unterschiede zwischen Jugendlichen, die bereits im Ausbildungsbewerberpool der Bundesagentur für Arbeit (BA) erfasst sind, also als Bewerberinnen und Bewerber für eine betriebliche Ausbildung bei der BA gemeldet sind, und solchen, die die Berufsberatung zum Zeitpunkt der Erstbefragung nur als Ratsuchende kontaktiert haben. Im Ausbildungsbewerberpool ist der Anteil der Personen ohne konkretes Berufsziel vergleichsweise gering: In der Sekundarstufe I liegt er bei 9 Prozent, in der Sekundarstufe II bei 12 Prozent.

Mit knapp drei Vierteln gibt die Mehrheit der Jugendlichen an, mit den Anforderungen ihres Zielberufs "völlig" oder "eher" vertraut zu sein. Etwa zwei Drittel der Jugendlichen geben an, die Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten zu kennen. Dass insbesondere Kenntnisse über die schulischen Anforderungen als besonders gut eingeschätzt werden, bestätigt die Erwartung, dass die Jugendlichen in der Schule darüber informiert werden dürften. Bemerkenswert ist, dass es bei diesen Ergebnissen keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt und der Anteil der Antworten mit "Keine Angaben" vernachlässigbar gering ist. Die Jugendlichen sind sich ihrer Antwort also sehr sicher.

Berufsberatung als Unterstützung

Allerdings bestehen Informationsdefizite eben auch unter den Jugendlichen, die bereits ein konkretes Berufsziel vor Augen haben. So gibt etwa eine Viertel dieser Jugendlichen an, mit den Anforderungen ihres Zielberufs "teils/teils" oder "nicht" vertraut zu sein. Hinsichtlich der Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten im Zielberuf trifft dies sogar auf über 30 Prozent zu. Angesichts der Bedeutung von Bildungsentscheidungen für den weiteren Erwerbsverlauf sollte aus Sicht der Autorinnen und Autoren vermieden werden, dass fehlende Berufs- und Bildungsziele aus einem Mangel an Informationen entstehen: "Hier kann Berufsberatung – neben der Orientierung durch Familie und Freunde – eine wichtige Unterstützung bieten. Sie kann dazu beitragen, unterschiedliche Bildungswege kennenzulernen und realistische Einblicke in Anforderungen und Perspektiven eines Berufs zu gewinnen."

Weitere Informationen

  • IAB: Berufsziele junger Menschen
    Das IAB hat im Rahmen des Projekts "BeYou – Berufswahl und Du" seit dem Frühjahr 2024 Jugendliche im Schulabschlussjahr, die Kontakt zur Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit hatten, wiederholt befragt.