07.05.2026 | Redaktion | Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit
Suchbewegungen junger Menschen
Neue Ausgabe der Zeitschrift "DREIZEHN" des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit
Viele junge Menschen sind auf der Suche nach Orientierung, nach Zugehörigkeit und nach tragfähigen Perspektiven für ihr Leben. Diesen Suchbewegungen als ein wesentlicher Bestandteil des Jugendalters widmet sich die neue Ausgabe der Zeitschrift "DREIZEHN" des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit. Die Beiträge zeigen, wie junge Menschen aus einer Vielzahl möglicher Lebensentwürfe ihren eigenen Weg entwickeln – und wie soziale Ungleichheiten, institutionelle Übergänge und gesellschaftliche Erwartungen diese individuellen Suchbewegungen beeinflussen.
Ausschnitt aus der Titelseite der Ausgabe
Die Beiträge in dieser Ausgabe greifen verschiedene Facetten dieser Suchbewegungen auf. Andreas Oehme zeigt in seiner
Analyse, dass die Suche junger Menschen nach einem passenden Beruf häufig länger und intensiver geworden ist, und stellt die Frage, ob die bestehenden Modelle von Arbeit überhaupt noch ausreichend anschlussfähig an die Lebenslagen junger Menschen sind. Der Beitrag von Yvonne Gerigk beleuchtet die Rolle digitaler Medien bei der Orientierung Jugendlicher und zeigt, wie stark die Informationssuche heute von sozialen Netzwerken, Suchmaschinen und KI-Anwendungen geprägt ist. Wie Übergänge in Ausbildung und Arbeit gelingen können, zeigt der Beitrag "Wege aus dem Ungelerntsein" von Clemens Wieland und Fabian Schaffer (Bertelsmann Stiftung). Das Projekt "Yes, you can!" unterstützt junge Menschen dabei, Hindernisse zu überwinden und Schritt für Schritt eine berufliche Perspektive zu entwickeln. Auch Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe spielen eine zentrale Rolle. Im Interview berichten Fachkräfte aus der Jugendsozialarbeit, dass viele junge Menschen derzeit vor allem nach Stabilität und verlässlichen Strukturen suchen – nach Orten und Beziehungen, die Orientierung ermöglichen.
Weitere Beiträge befassen sich mit Jugendsozialarbeit als Raum demokratischer Bildungsprozesse, der bewegungsbasierten Förderung von Selbstkonzept und Soft Skills beim Übergang ins Erwachsenenalter und dem prekären Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in einem Stadtteil im Frankfurter Westen. Die Beiträge zeigen, dass Suchbewegungen nicht unbedingt ein Ausdruck von Orientierungslosigkeit sind. Sie sind vielmehr Teil eines aktiven Prozesses der Selbstverortung in einer komplexen Welt und damit ein zentrales Thema für die Jugendsozialarbeit.