06.05.2026

BIBB-Datenreport 2026 erschienen

Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber auf Höchststand seit 2007

Die schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland spiegelt sich auch auf dem Ausbildungsmarkt wider. Das zeigt der Datenreport 2026 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), der den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung ergänzt. So wurden bis zum 30. September 2025 bundesweit rund 476.000 duale Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das entspricht einem Rückgang um -2,1 Prozent im Vergleich zu 2024. Damit setzte sich die positive Entwicklung der Vertragszahlen in den Jahren 2021 bis 2023 auch im zweiten Jahr in Folge nicht weiter fort.

Bild: winnievinzence/Adobe Stock

Zugenommen hat die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber, die zum Stichtag 30. September 2025 noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle waren. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Zahl der Unversorgten, die weder in eine Ausbildung noch in eine Alternative eingemündet ist, um 8.700 (+28 Prozent) auf 39.900 gestiegen. Das ist ein neuer Höchststand seit 2007. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber mit Alternative und weiterem Vermittlungswunsch in Ausbildung lag mit 44.500 ebenfalls über dem Vorjahresniveau (+5.300 beziehungsweise +13,4 Prozent). In der Summe waren also noch 84.400 junge Menschen auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 14.000 (+19,9 Prozent).

Die Zahl der unbesetzten betrieblichen Ausbildungsstellen verringerte sich 2025 um rund 15.000 (21,6 Prozent) auf 54.400. Allerdings ist die rückläufige Zahl vor allem auf den deutlichen Rückgang des Ausbildungsplatzangebotes bei gleichzeitig steigender Nachfrage zurückzuführen. Die seit mehreren Jahren zunehmenden Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage bestehen weiter und sind nach wie vor eine der zentralen Herausforderungen des Ausbildungsmarktes.

Zur aktuellen Lage auf dem Ausbildungsmarkt erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser: "In Zukunft muss es uns besser gelingen, die Angebote der beruflichen Bildung zielgenauer auf die Lernvoraussetzungen derer auszurichten, die wir in Aus- und Weiterbildung bringen wollen. Insbesondere modular anschlussfähige Qualifizierungsstrukturen und damit bessere Übergänge, Ausbildungsbausteine beziehungsweise geförderte Teilqualifikationen auch für junge Menschen unter 25 Jahren, wenn die Instrumente der Ausbildungsgarantie keinen vollqualifizierenden Weg eröffnen konnten, eine stärkere Verzahnung von Aus- und Weiterbildung, die Aufwertung der höheren Berufsbildung sowie die systematische Förderung von Schlüsselqualifikationen als Zukunftskompetenzen sind konkrete Maßnahmen, das Berufsbildungssystem resilienter und damit zukunftsfähiger zu machen."

"Die Berufliche Bildung muss resilienter werden." BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser

 

Der Anteil junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss liegt trotz leichter Rückgänge weiterhin auf hohem Niveau. BIBB-Berechnungen auf Basis des Mikrozensus weisen für 2024 einen Anteil von 18,8 Prozent aus (2023: 19 Prozent). Hochgerechnet waren dies 2,76 Millionen nicht formal qualifizierte junge Erwachsene (2023: 2,79 Millionen).

Das Schwerpunktkapitel des BIBB-Datenreports widmet sich in diesem Jahr dem Thema "Künstliche Intelligenz in der Berufsbildung". Die Beiträge dazu bilden sowohl die längerfristige Durchdringung der Arbeitswelt durch KI-Technologien als auch die jüngere, durch generative Systeme geprägte Umbruchphase ab, in der sich Nutzungspraktiken, Erwartungen und institutionelle Rahmungen erst herausbilden. Die Darstellung erfolgt dabei anhand eines typischen Berufsbildungsverlaufs: von Berufsorientierung und Beratung über berufliche Bildung und Ordnungsarbeit bis hin zu KI-Nutzung in der Erwerbstätigkeit und ihren Auswirkungen auf die berufliche Weiterbildung.

Weitere Informationen

  • BIBB: Datenreport zum Berufsbildungsbericht
    Der Datenreport ergänzt den Berufsbildungsbericht der Bundesregierung um zahlreiche Daten, Indikatoren und Analysen rund um die Entwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung.